Erste Drohnen-Tests im Large Cube – bis zu einer Höhe von 9.000 Metern

In den vergangenen Tagen prüften Forscher im terraXcube, ob zwei verschiedene Drohnentypen der Firma MAVTech in der komplexen alpinen Umwelt und in großen Flughöhen einsatzfähig sind. Es war das erste Mal, dass in im Large Cube Drohnen im Freiflug getestet wurden: Eine große Herausforderung, die einiges an technischem Know-how und natürlich auch beträchtliches Geschick des Piloten erforderte, der das einen Meter große Fluggerät in einem geschlossenen Raum manövrieren musste.

Die Drohnen der Firma MAVTech, die eine ihrer Niederlassungen im NOI Techpark in Bozen hat, werden in verschiedenen zivilen Bereichen eingesetzt, z.B. in der Präzisionslandwirtschaft, bei der Überwachung von Flüssen oder bei der Suche und Rettung im alpinen Gelände. Erst vor kurzem wurden Tests im Rahmen von BLUESLEMON durchgeführt, ein von der Autonomen Provinz Bozen finanziertes Projekt von MAVTech, FOS Group und Eurac Research, das die Möglichkeit untersucht, Drohnen zur Überwachung aktiver Erdrutsche einzusetzen.

Im freien Flug bis zu 9.000 m über dem Meeresspiegel

Für Drohnenflüge ist das Gebirge zweifellos ein schwieriges Umfeld. Neben den extremen klimatischen Bedingungen und dem Wetter, ist die Höhe die größte Erschwernis. Die dünnere Luft verringert die Schubkraft von Drohnen, die je nach Einsatz erhebliche Lasten tragen, etwa Kameras, Wärmebildkameras oder Fernerkundungsgeräte (z.B.: LIDAR-Technologien).

Um diesen besonderen Herausforderungen der Höhe gerecht zu werden, wurden die getesteten Drohnen mit leistungsstärkeren und effizienteren Propellern und Motoren ausgestattet. Im Detail wurden zwei Modelle getestet, von denen eines zur neuesten Generation zählt.

Die Drohnen wurden im Large Cube in verschiedene Höhen versetzt, bis auf maximal 9.000. Selbst in diesem außergewöhnlichen Ambiente zeigte das Modell der neuesten Generation eine hervorragende Effizienz, selbst bei Lasten von bis zu 4 kg. Der Test lieferte auch wertvolle Erkenntnisse darüber, wie diese Flugobjekte weiter verbessert werden können.

Der Test im Freiflug

Das Novum dieses Tests ist der Freiflug im Large Cube: Die Drohnen wurden an einer Sicherheitsleine innerhalb der Testkammer befestigt und konnten so geflogen werden. „In der Vergangenheit wurden Drohnen bei ähnlichen Tests an einen Kraftaufnehmer angebunden“, erklärt Riccardo Parin, Forscher im terraXcube und Leiter des Experiments, „die Drohne wurde so am Fliegen gehindert und an diese Art von Würfel gebunden, der ihren Schub und andere Parameter misst. Nach diesen ersten Tests wurde, wie bei Tests in der Luftfahrt üblich, schrittweise der Schwierigkeitsgrad des Experiments jedes Mal erhöht – bis hin zum Test im Freiflug.

„Das Fliegen in geschlossenen Räumen ist sehr kompliziert. Außerdem gibt es im terraXcube kein GPS-Signal, sodass der Flug vollständig manuell durchgeführt werden muss. Aus diesem Grund haben wir auch kleine Tricks angewandt, wie z. B. die Verwendung einer Kamera zur Positionsbestimmung anstelle von GPS“, sagt Gianluca Ristorto, Luft- und Raumfahrtingenieur bei MAVTech.

Die Zusammenarbeit zwischen terraXcube und MAVTech wird in den kommenden Monaten fortgesetzt: Als nächstes testen die Forscher unter anderem den Transport von Defibrillatoren durch Drohnen.

© MAVTech / BF Visuals